Wer sich mit Homöopathie beschäftigt, stößt schnell auf lateinische Namen wie Arnica, Belladonna oder Nux vomica. Diese Übersicht listet rund dreißig der bekanntesten Mittel alphabetisch von A bis Z auf und erklärt, für welche Anwendungsgebiete sie in der homöopathischen Tradition typischerweise stehen – dazu eine kurze Potenz-Übersicht und eine kleine Hausapotheke. Alles als Orientierung zum Nachschlagen, nicht als Anleitung zur Selbstbehandlung.
Woraus homöopathische Mittel bestehen
Homöopathische Mittel werden aus pflanzlichen, mineralischen oder tierischen Ausgangsstoffen gewonnen. Der Ausgangsstoff wird anschließend potenziert – also schrittweise verdünnt und verschüttelt. Was die Kürzel D6, D12 oder C30 dabei bedeuten, erklären wir ausführlich im Beitrag Potenzen verstehen.
Die Auswahl des richtigen Mittels folgt dem Ähnlichkeitsprinzip, das auf Samuel Hahnemann zurückgeht – seine Entstehungsgeschichte lesen Sie in unserem Beitrag zur Geschichte der Homöopathie.
Homöopathische Mittel von A–Z
Die folgende Liste versammelt rund dreißig der bekanntesten Mittel – alphabetisch von Aconitum bis Thuja geordnet, damit Sie schnell nachschlagen können. Die Angaben beschreiben die traditionellen Anwendungsgebiete nach der klassischen Lehre; sie sind keine Wirkversprechen und keine Anleitung zur Selbstbehandlung. Ein Wirknachweis über einen Placeboeffekt hinaus ist wissenschaftlich nicht belegt.
| Mittel | Herkunft | Traditionelles Anwendungsgebiet |
|---|---|---|
| Aconitum napellus | Blauer Eisenhut (Pflanze) | plötzlicher Beginn nach Kälte oder Schreck, Unruhe |
| Allium cepa | Küchenzwiebel (Pflanze) | Fließschnupfen, tränende Augen |
| Apis mellifica | Honigbiene (tierisch) | Schwellung, Stich, brennende Hitze |
| Arnica montana | Bergwohlverleih (Pflanze) | Stoß, Prellung, körperliche Überanstrengung |
| Arsenicum album | Weißes Arsenik (mineralisch) | Unruhe, Erschöpfung, Verdauungsbeschwerden |
| Belladonna | Tollkirsche (Pflanze) | plötzliches Fieber, Hitze, Rötung |
| Bryonia | Zaunrübe (Pflanze) | Verschlimmerung durch Bewegung, Trockenheit |
| Calcium carbonicum | Austernschalenkalk (mineralisch) | Erschöpfung, Bedürfnis nach Ruhe |
| Chamomilla | Kamille (Pflanze) | Reizbarkeit, Unruhe, Zahnungszeit |
| Cocculus | Kockelskörner (Pflanze) | Reiseübelkeit, Schwindel, Erschöpfung |
| Drosera | Sonnentau (Pflanze) | trockener, krampfartiger Reizhusten |
| Dulcamara | Bittersüßer Nachtschatten (Pflanze) | Beschwerden nach Nässe und Abkühlung |
| Euphrasia | Augentrost (Pflanze) | gereizte, tränende Augen |
| Ferrum phosphoricum | Eisenphosphat (mineralisch) | Anfangsstadien, allgemeine Schwäche |
| Gelsemium | Gelber Jasmin (Pflanze) | Schwäche, Zittern, Lampenfieber |
| Hepar sulfuris | Kalkschwefelleber (mineralisch) | Empfindlichkeit gegen Kälte und Berührung |
| Ignatia | Ignatiusbohne (Pflanze) | wechselnde Stimmung, Kummer, Anspannung |
| Ipecacuanha | Brechwurzel (Pflanze) | anhaltende Übelkeit, verschleimter Husten |
| Lachesis | Buschmeisterschlange (tierisch) | Hitze, Empfindlichkeit gegen Enge |
| Ledum | Sumpfporst (Pflanze) | Stich- und Bissverletzungen, kühlungsbedürftig |
| Lycopodium | Bärlapp (Pflanze) | Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl |
| Mercurius solubilis | Quecksilberverbindung (mineralisch) | Halsbeschwerden, vermehrter Speichelfluss |
| Nux vomica | Brechnuss (Pflanze) | Magen-Verstimmung, Reizbarkeit, Übermaß |
| Phosphorus | Phosphor (mineralisch) | Erschöpfung, Reizhusten, Sensibilität |
| Pulsatilla | Küchenschelle (Pflanze) | wechselhafte Beschwerden, Anhänglichkeit |
| Rhus toxicodendron | Giftsumach (Pflanze) | Steifheit, „Rostgefühl“ bei Bewegung |
| Ruta graveolens | Weinraute (Pflanze) | Überlastung von Sehnen und Bändern |
| Sepia | Tintenfisch (tierisch) | Erschöpfung, hormonelle Umstellung |
| Silicea | Kieselsäure (mineralisch) | Erschöpfung, Bedürfnis nach Wärme |
| Sulfur | Schwefel (mineralisch) | Hautthemen, Wärmeempfindlichkeit |
| Thuja occidentalis | Lebensbaum (Pflanze) | Hautthemen, Umstimmung nach Belastung |
Arnica gilt als das „Einsteigermittel“ der Homöopathie und ist das wohl bekannteste Mittel überhaupt – oft der erste Eintrag in einer homöopathischen Hausapotheke.
Welche Potenz wann? (D6/D12/C30)
Neben dem Mittelnamen taucht immer eine Potenz auf – etwa D6, D12 oder C30. Sie beschreibt, wie stark der Ausgangsstoff verdünnt und verschüttelt wurde. Nach der überlieferten Praxis gilt als grobe Orientierung:
| Potenz | Traditionell verwendet bei | Hinweis |
|---|---|---|
| D6 | leichte, akute Alltagsbeschwerden | gängig in der Selbstanwendung |
| D12 | akute Beschwerden, etwas tiefer wirkend gedacht | gängig in der Selbstanwendung |
| C30 | umfassendere oder wiederkehrende Bilder | traditionell der Fachperson vorbehalten |
Was diese Kürzel genau bedeuten und wie tiefe von hohen Potenzen unterschieden werden, erklärt ausführlich unser Beitrag Potenzen verstehen. Die Angaben sind überlieferte Anwendungsgewohnheiten, keine belegten Dosierungen – beachten Sie stets die Packungsbeilage und halten Sie bei Unsicherheit fachliche Rücksprache.
Für Säuglinge, Kinder, Schwangere und Stillende sollte eine homöopathische Anwendung ärztlich abgeklärt werden. Bei hohem Fieber, starken oder anhaltenden Beschwerden gehört die Abklärung grundsätzlich in ärztliche Hände.
Die kleine Hausapotheke
Für den Hausgebrauch genügt eine überschaubare Auswahl von etwa zehn bis fünfzehn Mitteln in gängigen Potenzen wie D6, D12 oder C30. Die folgende kuratierte Zusammenstellung wird in der klassischen Lehre häufig als Grundausstattung genannt – sie ersetzt keine ärztliche Behandlung:
Aconitum · Apis · Arnica · Arsenicum album · Belladonna · Bryonia · Chamomilla · Drosera · Ferrum phosphoricum · Ipecacuanha · Nux vomica · Pulsatilla · Rhus toxicodendron · Gelsemium · Ledum. Aufbewahrt werden die Mittel als Globuli – wie man sie einnimmt und lagert, beschreibt unser Beitrag Globuli richtig einnehmen.
Wie ein Mittel gewählt wird
In der klassischen Homöopathie richtet sich die Mittelwahl nicht allein nach einer einzelnen Beschwerde, sondern nach dem Gesamtbild des Menschen – körperliche Symptome, seelisches Befinden und Auslöser fließen ein. Genau deshalb kann dieselbe Beschwerde bei zwei Menschen zu zwei verschiedenen Mitteln führen. Diese individuelle Betrachtung ist der Grund, warum eine sorgfältige Auswahl in erfahrene Hände gehört.
Diese Liste dient der allgemeinen Information über die traditionelle Verwendung homöopathischer Mittel. Sie beschreibt keine belegten Wirkungen und ist keine Anleitung zur Selbstbehandlung.
Häufige Fragen
Welches ist das bekannteste homöopathische Mittel?
Arnica montana (Bergwohlverleih) gilt als das bekannteste homöopathische Mittel und gehört zu den klassischen Einträgen jeder homöopathischen Hausapotheke.
Wie viele homöopathische Mittel gibt es?
Die homöopathischen Materiae Medicae verzeichnen mehrere tausend Mittel. Für die Selbstanwendung ist jedoch eine überschaubare Auswahl von etwa 10 bis 30 Mitteln gebräuchlich.
Woraus werden homöopathische Mittel hergestellt?
Aus pflanzlichen, mineralischen oder tierischen Ausgangsstoffen, die anschließend potenziert – also schrittweise verdünnt und verschüttelt – werden.
Was ist eine homöopathische Hausapotheke?
Eine Zusammenstellung einiger weniger, häufig verwendeter Mittel in gängigen Potenzen wie D6, D12 oder C30, die für den Hausgebrauch bereitgehalten werden. Häufig genannt werden dafür etwa zehn bis fünfzehn Klassiker wie Arnica, Belladonna, Nux vomica, Pulsatilla oder Ferrum phosphoricum.
Welche Potenz nimmt man wann?
Nach der überlieferten Praxis werden tiefe Potenzen wie D6 und D12 für die Selbstanwendung bei leichten, akuten Alltagsbeschwerden verwendet, während höhere Potenzen wie C30 traditionell in die Hände einer erfahrenen Fachperson gehören. Details erklärt unser Beitrag zu den Potenzen. Ein Wirknachweis über einen Placeboeffekt hinaus ist nicht belegt; die Packungsbeilage sollte beachtet werden.
Wie finde ich das passende homöopathische Mittel?
In der klassischen Homöopathie richtet sich die Mittelwahl nicht allein nach einer einzelnen Beschwerde, sondern nach dem Gesamtbild aus körperlichen Symptomen, seelischem Befinden und Auslösern. Deshalb kann dieselbe Beschwerde zu unterschiedlichen Mitteln führen. Für eine sorgfältige Auswahl empfiehlt sich die Rücksprache mit einer erfahrenen Fachperson; bei anhaltenden oder ernsten Beschwerden ist ärztlicher Rat angezeigt.
Quellen & Literatur
- Hahnemann S. Reine Arzneimittellehre. 1811–1821. Die klassische Sammlung der Arzneimittelbilder.
- Boericke W. Homöopathische Mittel und ihre Wirkungen (Materia Medica). Standard-Nachschlagewerk der homöopathischen Mittel.
- Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte. Über homöopathische Arzneimittel. Abgerufen 2026.
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Homöopathische Arzneimittel – Registrierung und Potenzangaben. Abgerufen 2026.

